Photovoltaik
Photovoltaik ist eine Technik, die zu den
erneuerbaren Energien zählt. Sonnenlicht wird in
Strom umgewandelt und gespeichert. Dafür kommen
Solarzellen zum Einsatz. Der Begriff Solarstrom
ist bei Photovoltaik nicht selten. Die erzeugte
Energie wird in das öffentliche Stromnetz
eingespeist, oder kann zu einem kleinen Teil für
den Eigenverbrauch verwendet werden. Gerade bei
Privathaushalten findet diese Technik immer
häufiger Anwendung. Die Anlagen werden auf
Dächern montiert.
Positive Eigenschaften der
Photovoltaik-Nutzung:
- Kostenlose und erneuerbare Energie
- Ganzjährig ertragreich
- Unabhängigkeit vom Stromanbieter und
steigender Stromkosten
- Einnahme durch Stromeinspeisung ins Netz
- Umweltschutz durch emissionsfreien Strom
- Lange Lebensdauer der Anlagen von
mindestens 25-40 Jahren
- Förderung der Installation durch
staatliche Kredite
Funktionsweise der Photovoltaik Anlagen:
Die Solarzellen in einer Photovoltaik Anlage
bestehen aus Silizium. Der Halbleiter hat die
Eigenschaft, auftreffendes Sonnenlicht in Strom
umzuwandeln. Es entsteht ein Gleichstrom, der in
einem Akkumulator gespeichert wird. Zur Nutzung
im eigenen Haushalt oder zur Einspeisung in das
öffentliche Netz wird Wechselstrom benötigt.
Über einen Wechselrichter wird der Gleichstrom
in das brauchbare Format umgewandelt. Mehrere
Solarmodule sind bei einer Anlage
aneinanderzuschließen. Sie können auf Dächern
als Indach- oder Aufdach-Lösung eingesetzt
werden.
Wirkungsgrad der Module:
Der Wirkungsgrad stieg in den letzten Jahren
immer weiter an, da durch neue
Herstellungstechniken immer hochwertigere Module
produziert werden konnten.
Vergleich:
- Monokristalline Zellen haben einen
Wirkungsgrad von ca. 14 - 17 %
- Polykristalline Zellen haben einen
Wirkungsgrad von ca. 11 - 15 %
- Der Wirkungskrad einer Glühbirne liegt
im Vergleich bei ca. 3 - 5 %
Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten:
Für Gewerbetreibende, die eine PV-Anlage
finanzieren möchten steht das ERP-Umwelt- und
Energiesparprogramm und das KfW-Umweltprogramm
zur Verfügung. Zu Fragen Fragen und
Informationen zu den KfW-Programmen kann die e
KfW Förderbank unter Tel. 069-7431 3030
angerufen werden. Internet:
www.kfw.de
Umwelt orientierte Kreditinstitute:
Die UmweltBank AG, Nürnberg, sowie die GLS Bank,
Dortmund, sind bundesweit tätige Geldinstitute
mit sozial-ökologischer Ausrichtung Sie bieten
deshalb gerade für die Finanzierung von
Photovoltaik-Anlagen attraktive Kredite an. Auch
die Umweltbank ist eine Direktbank ohne
Filialnetz. Das Programm zur Solarfinanzierung
der Umweltbank AG lehnt sich an das ehemalige
KfW-Programm „Solarstrom erzeugen“ (Auslauf
Jahresende 2008)
an. Es bietet attraktive Konditionen für
Solar-Projekte bis 10 kW Leistung. Das
Förderprogramm „Classic“gewährt einen
Kreditrahmen bis 50.000 Euro je Projekt und
Kreditnehmer. Im ersten Jahr kann auf die
Tilgung verzichtet werden. Die Umweltbank bietet
den Kredit nicht nur für eigene Dächer sondern
auch für gepachtete Dachflächen an.
Als Sicherheit verlangt die Umweltbank eine
Sicherungsübereignung der PV-Anlage und ein
Abtreten der Einspeisevergütung sowie einen
Grundbucheintrag. Bevor die Höhe des Kredits
bestimmt wird, überprüft die Umweltbank die
Ertragslage Ihrer PV-Anlage. Die Laufzeit
beträgt 10 bis 20 Jahre. Bei 20 Jahren Laufzeit
beträgt der Effektiv-Zins 4,26 Prozent. Den
Kreditantrag gibt es online unter:
http://www.umweltbank.de/pdf/Kreditantrag_PV.pdf
Die GLS-Bank betreibt bundesweit
sozial-ökologische Bankgeschäfte. Der Hauptsitz
ist Bochum, Filialen befinden sich in
Frankfurt/Main, Freiburg, Hamburg, Stuttgart,
Berlin und München. Die GLS-Bank bietet eine
Photovoltaik - Finanzierung ausschließlich für
Privatleute an. Die Solaranlage muss sich auf
dem eigenen Haus befinden.
Die Höhe des Kredits beträgt maximal 30.000
Euro, die maximale Laufzeit 15 Jahre. Als
Sicherheit dient der Bank das Abtreten der
Einspeisevergütung bei Nichtzahlen der Raten.
Das erste halbe Jahr ist tilgungsfrei. Neben dem
standardisierten Photovoltaik-Kredit für
Privatpersonen bietet die GLS auch die
Finanzierung größerer und/oder gewerblicher
Solaranlagen an. Telefonische Beratung ist unter
der Telefonnummer 0234 5797-300 möglich.
Download Kreditantrag:
http://www.gls.de/fileadmin/media/pdf_formularcenter/baufi_kreditantrag.pdf
DKB: Darlehen für die Erneuerbaren -
Photovoltaik Finanzierung
Die Deutsche Kreditbank AG (DKB) mit Sitz in
Berlin ist eine Direktbank ohne Filialen, die zu
100 Prozent zur BayernLB (Landesbank) gehört.
Bekannt ist die DKB als Anbieter von günstigen
Nur-Online-Girokonten. Die DKB bietet aber auch
Kredite zur Photovoltaik Finanzierung
erneuerbarer Energietechnik wie zum Beispiel
Photovoltaik-Anlagen oder Solarthermie-Heizungen
an. Voraussetzung ist, dass sie einen festen
angestellten Job haben oder als Selbstständiger
in lukrativen Berufen wie Zahnarzt oder
Steuerberater arbeiten. Der freie Grafiker wird
kein Darlehen bekommen. Sie können ab 5.000 Euro
einen Kredit für Ihre PV-Anlage bekommen ohne
Grundbucheintragung und mit
Sondertilgungsmöglichkeiten, wenn Sie die
Umsatzsteuer-Erstattung vom Finanzamt erhalten.
Wie hoch diese ist und mehr zum Thema Steuern
erfahren Sie im Kapitel 5. Neben den kleineren
Krediten für Privatleute vergibt die DKB auch an
Landwirte oder Bürgervereine, die größere Dach-
und Freilandanlagen finanzieren möchten,
Darlehen bis zu 60.000 Euro. Die Laufzeit des
Kredits beträgt bis zu 18 Jahren. Weil die DKB
eine Direktbank ist, können Sie den Kredit
online beantragen unter www.dkb.de .
Telefonische Auskunft erhalten Sie unter . Tel.
030-201 55 793.
Immobilienkredit bei der Hausbank
Eine weitere Möglichkeit eine Solaranlage zu
finanzieren ist der Immobilienkredit. Diese
Variante eignet sich für Hauseigentümer, die
weitgehend schuldenfrei sind und die eine
größere Anlage (ab 25.000 Euro
Investitionssumme) bauen. Für Immobilienkredite
wird Ihre Hausbank die erste Anlaufstelle sein.
Die Grundschuld wird bei diesem Kredit ins
Grundbuch eingetragen. (Kosten ca. 100 bis 500
Euro je nach Summe). Lohnen kann sich der
Immobilienkredit gegenüber den speziellen
PV-Krediten, weil die Zinsen momentan recht
günstig sind und eine lange Laufzeit mit
Zinsbindung vereinbart werden kann. Bei einer
Laufzeit von 20 Jahren ist ein Zinssatz von 4, 3
Prozent möglich.
Förderungen in den Bundesländern
In einigen Bundesländern gibt es weitere
Fördermittel, welche die
Photovoltaik-Finanzierung erleichtern. Zum
Beispiel förderte 2009 das Bundesland Sachsen
über die Sächsische Aufbaubank (SAB) die
Installation von kleinen Photovoltaik-Anlagen
bis 15 kW zusätzlich zum EEG. Die privaten
Betreiber erhielten einen Anlagenzuschuss von
250 Euro pro installiertes kWp. So erhielt der
Besitzer einer 5 kWp Anlage eine Summe von 1.250
Euro geschenkt. Finanziert wurde das Programm,
das auch andere erneuerbare Energien fördert,
aus dem Fördertopf „Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung“ der Europäischen Union.
Deshalb lohnt es sich, wenn Sie in Ihrer
Gemeinde, Stadt oder bei den Energieagenturen
und den Wirtschaftsministerien auf Länderebene l
sich erkundigen, ob es noch eine
Photovoltaik-Förderung gibt.
Der Schönauer Sonnencent und andere Zuschüsse
vom EVU
Eine besondere Photovoltaik-Förderung bietet der
Ökostromanbieter EWS -Elektrizitätswerke
Schönau. EWS-Stromkunden erhalten eine
zusätzliche Vergütung zum EEG. Die Förderung
besteht in einer zusätzlichen Vergütung von 6
Cent für jede produzierte kWh für die ersten 5
Jahre, danach reduziert sich die Förderung auf 4
Ct/kWh für weitere 5 Jahre. Dem Geförderten wird
das in einem Fördervertrag garantiert. Grundlage
für die Zusatzvergütung sind die Abrechnungen
des Netzbetreibers. Internet:
www.ews-schoenau.de.
Auch andere Energieversorger verteilen Zuschüsse
für Solarstromanlagen an ihre Kunden. Der
südbadischen Versorgers badenova zahlt 900 Euro
Zuschuss und die Stadtwerke Waiblingen geben
sogar bis zu 3.000 Euro zur neuen Anlage hinzu.